Landwirtschaft und Klima

Landwirtschaft und Klima

Die Ökologische Landwirtschaft ist für den Schutz des Klimas unverzichtbar, das ist bei B90 / Die Grünen keine Frage.

Der Öko-Landbau verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig:

Das bäuerliches Einkommen sichern, die Erträge stabilisieren, Umweltschäden vermindern, Biodiversität fördern und erhalten, attraktive Landschaften pflegen, Tiere artgerecht halten und gute Lebensmittel erzeugen.
Der Wert des Öko-Landbaus sollte als Ganzes beurteilt werden. Die Multifunktionalität ist eine wichtige Qualität der zukünftigen Landwirtschaft und hier ist der biologische Landbau sehr wichtig.

Ökologische Landwirtschaft erweist sich gegenüber anderen Anbausystemen als eine ressourcenschonende und klimafreundliche Alternative, die es weiter zu entwickeln gilt.
Der Klimawandel führt, laut der FAO, zu großen Unsicherheiten in der weltweiten Versorgung mit Lebensmitteln. Es gibt bereits zahlreiche wissenschaftliche Belege dafür, dass die ökologische Landwirtschaft die Treibhausgasemissionen reduzieren kann und ein widerstandsfähigerer Ansatz in einem sich ändernden Klima ist. So haben ökologisch bewirtschaftete Böden eine bessere Wasseraufnahmekapazität und bewältigen damit nasse und trockene Phasen besser. Auch nehmen ihre Böden Kohlenstoff auf und binden es, wodurch die ökologische Landwirtschaft sogar einen positiven Einfluss auf das Klima ausübt.

Die Landwirtschaft ist für etwa 14 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wenn man die gesamte landwirtschaftliche Produktionskette betrachten, von der Düngemittelproduktion bis hin zur Verpackung, sind es sogar 33 % aller Emissionen. Die Klimabelastungen durch die ökologische Landwirtschaft sind geringer als durch die konventionelle. Denn sie verursacht weniger Treibhausgasemissionen, hat einen geringeren Energieverbrauch und bindet mehr Kohlenstoff im Boden.

CO2-Bindung

Es gibt eindeutige Hinweise dafür, dass die ökologische Landwirtschaft mehr Kohlenstoff im Boden bindet als die konventionelle. Für die Bindung sind organische Substanzen im Boden notwendig und das ist seit jeher Bestreben der ökologischen Landwirtschaft. Damit senkt ein hoher Anteil organischer Substanzen im Boden die CO2-Menge in der Atmosphäre.

Wasseraufnahmekapazität

Studien aus den USA und Deutschland zeigen, dass ökologisch bewirtschaftete Böden eine verbesserte Wasseraufnahmekapazität haben. In trockenen Jahren, haben ökologisch bewirtschaftete Böden oft bessere Erträge als konventionell bewirtschaftete Böden. Auch nehmen ökologisch bewirtschaftete Böden besser Wasser auf und bieten einen besseren Schutz vor Erosionen und Überflutungen.

Böden als Schlüssel zur Klimalösung

Der schon 2011 veröffentlichte EU – Bericht „Boden – Der verborgene Teil des Klimazyklus“ zeigt, dass Böden mit Abstand die größten Kohlenstoffspeicher auf unserem Planeten sind, die wir selbst steuern können. Unsere Böden binden mehr Kohlenstoff als die Atmosphäre und alle Lebensformen zusammen. Indem wir uns der ökologischen Landwirtschaft zuwenden, können wir die im Boden gebundene Menge an Kohlenstoff erhöhen.

Treibhausgase

Treibhausgase neigen dazu unsere Atmosphäre zu erwärmen, indem sie Infrarotstrahlung aufnehmen. Die wichtigsten Treibhausgase sind CO2 (Kohlendioxid), CH4 (Methan) und N2O (Distickstoffmonoxid, auch bekannt als Lachgas). Der Effekt der von Methan ausgeht ist viermal so stark wie von Kohlendioxid, während der von Lachgas sogar 300-mal so stark ist. Die Emissionen von Lachgas stammen vor allem aus der Herstellung und Verwendung von leicht löslichen mineralischen Düngemittel, aber auch von gewöhnlichem Stallmist oder durch das Pflügen von Grasland.

Der Markt für Bio-Produkte:

Der etablierte, auf fast 12 Mrd. € gewachsene Biomarkt für anerkannte Bio-Ware – nach der Umstellung ist stabil. Er wurde nicht von der Schwemme an Umstellungsgetreide in die Tiefe gerissen. Die jetzt zu verzeichnenden Preis-bewegungen sind völlig normal am Bio-Markt. Zum Beispiel Preise ab Station Ldw.:
• Leicht fallend: Bio-A-Weizen von 40 – 42 € auf 36 – 38 € oder Futtergerste von 32 auf 28 €
• Stabil: Hafer um 36 €, Dinkel 45 €
• Steigend: Bio-Kartoffeln von 50 auf 62 €
Lediglich der Bio-Roggen steckt in einer Krise, da die gute Bio-Roggen Ernte 2019 kaum Käufer findet.

Nach der Ernte 2018 haben viele Bio-Bauern mit ihrem Roggen spekuliert. In der Ernte 2018, bis in den September des gleichen Jahres, wurde mit dem Argument es sei die schlechteste Ernte jemals auf extreme Preissteigerung gehofft und nicht verkauft. Die Mühlen glaubten an den Mangel deutscher Ware und haben sich bis zum Anschluss an die Ernte 2019 mit baltischer und kanadischer Ware eingedeckt. Für die deutschen Bio-Bauern war es zu spät den Roggen zu guten Preisen zu verkaufen. Kaum Probleme haben auch jetzt die Bauern, die Kontrakte und geregelte Absatzwege haben.

Biogasanlagen im Ökologischen Landbau

Ein niedriger Preis des Bio-Roggens wäre auch ein zusätzliches Argument um ihn als Ganzpflanzensilage für Biogasanlagen zu verwenden, neben den Leguminosen wie Kleegras und Luzerne. Die Anbaufläche von konventionellem Silomais dagegen stieg in einem Jahrzehnt um über 60 Prozent. In Deutschland wurde 2014 auf ca. 900.000 ha Mais (FNR 2014) als Einsatzstoff für Biogasanlagen angebaut (bei ca. 2,6 Mio. ha Maisanbau und ca. 12 Mio. ha Ackerfläche in Deutschland). Intensiver Maisanbau kann negative Folgen für Boden, Artenvielfalt und Gewässer haben. Zudem ist für intensiven Energiepflanzenanbau der Einsatz direkter oder indirekter Energie, auch für die Herstellung synthetischer Düngemittel notwendig. Daher widerspricht die Biogaserzeugung mit Schwerpunkt auf dem Einsatz von Energiepflanzen aus Intensivanbau den Prinzipien des ökologischen Landbaus. Um Biogas und ökologischen Landbau wieder in Einklang zu bringen, bedarf es einer Weiterentwicklung der Biogaserzeugung. Weiterführende Literatur findet man bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Exkurs – Monokultur

Als Monokultur wird die Reinkultur einer Pflanzenart genannt. Sie ist in konventionellen Betrieben weit verbreitet, weil sich Felder mit dieser Anbauweise effizient bewirtschaften lassen. Leidtragende sind nicht nur Tiere und Böden, sondern auch das Grundwasser und die Menschen.

Anders im ökologischen Landbau: Der Biolandwirt darf auf seinen Feldern keine Chemikalien (Pestizide) ausbringen, die nicht gewünschtes Beikraut abtöten. Auch chemische Insektizide, die ohne große Selektion die Insekten fast komplett dezimieren sind nicht zulässig. Es gibt eng begrenzte Pflanzenbehandlungsmittel die streng reglementiert sind. Sinn des ökologischen Anbaues ist es, mit der Natur zu arbeiten, nicht gegen sie. Beikräuter werden nur soweit zurückgedrängt, dass die Kulturpflanze dominant bleibt. Oft werden auch Kulturpflanzen gemischt angebaut, wie Hafer-Bohnengemenge etc.. In solchen Kulturen bleibt Raum für ein intensives Leben von großen und kleinen Tieren, sowie einer gesunden Flora, einer Biodiversität. Bei Produkten von diesen Feldern ist auch mit einer geringeren Belastung von Chemikalien zu rechnen.

Was die Politik nicht fertigbringt – der Verbraucher entscheidet!

Die Politik schafft es nicht, die schädliche Verwendung von Chemikalien als Pestizide, chemische Düngemittel und zu-viel Gülle auf den Feldern einzudämmen. Nur der Verbraucher hat es in der Hand, indem er entscheidet Naturkost zu kaufen. Wir als B/90 die Grünen sind auch in der Pflicht in dieser Hinsicht Zeichen zu setzen. Für Veranstaltungen der Grünen gibt auch bereits einen Beschluss des Landesverbandes Brandenburg dazu.

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